Es ist ein großer Unterschied, ob Sie Goldfische oder Koi in Ihrem Teich pflegen wollen. Junge Fische sehen von oben betrachtet auf den ersten Blick gleich aus. Bei genauerem Hinsehen fallen beim Koi die zwei Barteln am Maul auf – ein sicheres Unterscheidungsmerkmal zum Goldfisch. An die Teichgröße, Teichfilter und Fischfutter stellen Koi deutlich höhere Ansprüche als Goldfische.
Das Verhalten von Koi (Cyprius carpio)
Sie sind gesellige Fische und eine Gruppe von fünf Tieren ist die Mindestanzahl für einen Koiteich. Die Koi sind friedliche Karpfen, die meist auf der Suche nach Nahrung bzw. Koifutter sind. Dabei wühlen sie auch den Bodengrund durch. Eine liebevolle Bezeichnung für Koi lautet daher „Wasserschweine“. Der Boden wird von den Fischen durchgekaut und manchmal auch in höheren Wasserschichten wieder ausgespuckt. Aus diesem Grund besitzt ein Koiteich selten einen (feinkörnigen) Bodengrund, denn sonst wäre das Wasser im Teich wegen der Koi immer trübe. Ein leistungsfähiger Teichfilter ist wegen dem Koifutter dennoch wichtig.
Pflanzen haben es in einem Koiteich schwer. Wenn sie nicht als Koifutter herhalten, werden sie von den Koi aus dem Boden gewühlt und gehen ein. Aus diesem Grund ist ein Koiteich meist vegetationsfrei und benötigt einen guten Teichfilter. Nur wenn Teichpflanzen, z.B. durch eine grobe Steinschicht, vor den Koi geschützt sind, können manche Pflanzen wachsen und werden nicht zu Koifutter. Manchmal vergreifen sich die Fische – vermutlich besonders gut gefütterte Koi - nicht an robusten bzw. harten Teichpflanzen wie Krebsschere oder Schilf. Lediglich die Teichrose (Nuphar lutea) wird nicht von Koi und auch keinem anderen Fisch gefressen. Alle Pflanzenteile enthalten Bitterstoffe, die Teichfische nicht mögen. Somit ist die Teichrose die ideale Wasserpflanze für den Koiteich und endet nicht als Koifutter.
Es soll nicht verschwiegen werden, dass Koi als Fische sehr alt werden können. 60 bis 70 Jahre sind für Karpfen nicht ungewöhnlich. Dabei erreichen sie imposante Größen von über 80 cm. Die 40 cm Marke ist schon nach wenigen Jahren und mit viel Koifutter erreicht!
Der Koiteich
Wenn man davon ausgeht, dass für einen ausgewachsenen Koi 5.000 l. Wasser zur Verfügung stehen sollten, liegt die Untergrenze für einen Koiteich bei ca. 25.000 l. Inhalt - zuzüglich Teichfilter. Als Mindestwassertiefe gelten 1,5 m, besser sind 2 m Tiefe. Dorthin können sich die Fische zurückziehen und überwintern.
Koi stammen ursprünglich aus wärmeren Regionen und fühlen sich bei ca. 24° C Wassertemperatur am wohlsten. Der Winter stellt für die Fische eine besonders stressige Zeit dar und die Koi sind anfällig für Krankheiten. Mit einer Wärmepumpe, die der Umgebungsluft Wärme entzieht, kann das Wasser im Koiteich erwärmt werden. Kleine Solaranlagen kommen für die Erwärmung von einem Koiteich ebenfalls in Frage. An beheizten Teichen kann der Teichfilter ganzjährig durchlaufen und länger Koifutter gegeben werden.
Koi Teiche müssen nicht unbedingt steil abfallende Wände direkt am Ufer besitzen. Flachwasserbereiche bieten Nichtschwimmern zusätzliche Sicherheit. Das flache Wasser im Koiteich erwärmt sich schneller und die Koi laichen dort bevorzugt ab – gute Ernährung mit hochwertigem Koifutter vorausgesetzt. Allerdings stellen sich Fischreiher gerne in das Flachwasser und warten auf (Koi) Beute! Den besten Schutz für die Fische bietet ein Teichnetz, was man evtl. auch nur in Abwesenheit aufspannt. Eine andere Variante seine Koi und andere Fische zu schützen, ist ein Reiherschreck. Sonnenbäder werden von Koi hoch geschätzt. Wichtig sind auch schattige Bereiche am Koiteich, die zusätzlich Schutz und Rückzugsmöglichkeiten bieten. Ein Steg oder eine Teichrose können den Koi da schon weiterhelfen.
Koifutter
In der freien Natur fressen Koi weiche Pflanzenteile und kleine Wassertiere. Ein Koiteich im Garten bieten nicht ausreichend Futter für die Koi - insbesondere für die wichtige winterliche Nahrungsreserve reicht es bei den Fischen nicht. Aus diesem Grund ist es wichtig, Koifutter im Koiteich anzubieten. Junge Koi können im Sommer zwei- bis dreimal täglich gefüttert werden. Bei jeder Futtergabe sollte nach einer Minute alles vollständig aufgefressen sein. Bei älteren Koi reicht eine längere tägliche Fütterung mit Koifutter aus. Salatblätter, getrocknete Seidenraupen oder eine Orangenhälfte werden auch gerne gefressen, wobei ein „Fastentag“ pro Woche älteren Koi Fischen nicht schadet.
Die Wahl des richtigen Koifutter hängt stark von der Wassertemperatur ab. Im Sommer bewegen sich Koi mehr und wachsen – entsprechend benötigen die Fische energiereiche Nahrung. Das spezielle Koifutter JBL Koi erfüllt diese Vorraussetzungen und bereitet die Fische bestens auf die Winterzeit vor. Bei niedrigen Wassertemperaturen (ab 15 °C) im Herbst und Frühjahr sind Koi weniger aktiv, und der Stoffwechsel läuft langsamer ab. Jetzt ist ein leicht verdauliches Koifutter mit einem höheren Pflanzenanteil, wie JBL Pond Energil, besser geeignet. Wird das Wasser kälter als 10° C, sollte die Fütterung am Koiteich eingestellt werden.
Koi Teichfilter
Große Fische – viel Futter, da ist ein leistungsfähiger Teichfilter unumgänglich. Seit Jahrzehnten werden erfolgreich Reihenfilter für den Koiteich eingesetzt. Dabei wird das Wasser meist über einen Bodenablauf abgepumpt und durchfließt nacheinander im Teichfilter verschiedene Filtermaterialien wie Filterbürsten, Filtermatten oder Japan-Matten. In einem Teichfilter für einen Koiteich ist jedes Filtermaterial in einer eigenen Kammer untergebracht. Für die einfache und schnelle Reinigung ist es wichtig, dass jede Kammer über einen Schmutzwasserablauf mit Zugschieber verfügt. Bedenken Sie: Koi machen viel Dreck, denn an größeren Mengen Koifutter kommen Sie nicht vorbei. Der Teichfilter am Koiteich wird entlastet und hat eine deutlich längere Standzeit, wenn das Wasser in einem Vorfilter vorgefiltert wird. Für Modul Teichfilter gibt es einzelne Filterkammern. Ziehen die Koi z.B. in einen größeren Koiteich um, oder es werden zusätzliche Fische eingesetzt, kann der Teichfilter problemlos vergrößert werden.
Beadfilter sind die neue Generation der Teichfilter am Koiteich. Sie sind hoch effektiv, Platz sparend und können auch unterhalb des Wasserspiegels betrieben werden. Beadfilter sind geschlossene Druckfilter, bei denen das Wasser aus dem Koiteich durch spezielle Filterkügelchen (Beads) gedrückt wird. In einem Filter sind Millionen dieser Kügelchen, die eine sehr hohe mechanische Filterleistung besitzen und aufgrund ihrer riesigen Oberfläche auch biologisch hochwirksam sind. Große Mengen Koifutter machen einen derart leistungsfähigen Teichfilter unentbehrlich. Mit dem eingebauten Rückspülmechanismus können Beadfilter regelmäßig absolut problemlos gereinigt werden. Dieser Teichfilter Typ sollte auf jeden Fall mit einem Vorfilter betrieben werden.
Um die Wasseroberfläche im Koiteich sauber zu halten, lässt sich an viele Teichfilter noch ein Skimmer anschließen. Diesen stellen Sie am besten ab, wenn Koifutter gegeben wird.
Teichfilter am Koiteich werden meist mit einem UV-Klärer kombiniert. Dieser kann problemlos in den Wasserkreislauf integriert werden und benötigt dadurch keine eigene Teichpumpe. UV-Klärer bewirken, dass Grüne Schwebealgen zusammenklumpen und besser aus dem Wasser gefiltert werden können (dann sehen Sie die Koi auch wieder). Bakterien und Viren, die Fisch Krankheiten auslösen können, werden abgetötet, wenn sie die UV-Strahlung passieren.
Pflanzenfilter sind besondere Teichfilter, die hervorragend für Schwimmteiche geeignet sind. Bei einem Koiteich kommen sie an ihre Grenzen, denn der Flächenbedarf ist dann sehr groß. Dies liegt auch an den größeren Mengen Koifutter für die Fische. Ein Pflanzenfilter macht als zusätzlicher biologischer Teichfilter nach einem technischen Filter an einem Koiteich Sinn – die Koi danken es Ihnen.
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